Vier Bausteine für Nachhaltigkeit - Baustein 3

Baustein 3: Einheitliche Regeln - EPDs in leichter Sprache

Willkommen in der Welt der Nachhaltigkeit. In dieser Artikelserie stellt Peikko vier Bausteine der Nachhaltigkeit vor, um den Bausektor umweltfreundlicher zu machen.

In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt der Umweltproduktdeklarationen, auch bekannt als EPDs, ein. Was sind sie und wie tragen sie zum Aufbau einer nachhaltigeren Gesellschaft bei? Wir erörtern auch die Vorteile und das Verfahren zur Erlangung von EPDs.

 

Was ist ein EPD?

Eine Umweltproduktdeklaration (EPD - Environmental Product Declaration) ist ein standardisiertes Dokument, das Auskunft über die Umweltauswirkungen eines Produkts während seines gesamten Lebenszyklus gibt. EPDs basieren auf vorhandenen Daten und werden mit Hilfe der Lebenszyklusanalyse (LCA) berechnet. Dank der harmonisierten Berechnungsmethode ermöglichen EPDs einen genauen Vergleich von Produkten mit ähnlichen Funktionen (z. B. Produkte aus Metall) und unter den gleichen Regeln für Produktkategorien (PCR - Product Category Rules).

EPDs bieten Unternehmen eine Reihe von Vorteilen. Erstens sind sie eine treibende Kraft für Zertifizierungssysteme; EPDs sind erforderlich, um Umweltzertifizierungen wie LEED und BREEAM zu erhalten. Gleichzeitig helfen sie, die Compliance- oder Beschaffungsanforderungen der Kunden zu erfüllen und so den Absatz zu sichern. Der Besitz von EPDs baut auch eine starke Marke auf und unterstützt Marketingaktivitäten; EPDs bieten einen Nachweis von Verantwortung und zeigen Engagement für den Klimawandel. Darüber hinaus ermöglichen EPDs Produktvergleiche und Spezifikationen, die häufig zu Verbesserungen und zukünftigen Produktentwicklungen führen.

 

EPDs – das Verfahren und der Inhalt

EPDs sind objektive, unabhängige und überprüfbare Instrumente zur Messung von Auswirkungen, die zu Verbesserungen führen sollen. Sie können nur für bereits hergestellte Produkte erworben werden, nicht für Innovationen, die neu auf den Markt gebracht werden. Der CO2 Fußabdruck wird oft mit der EPD gleichgesetzt, ist aber tatsächlich nur ein Teil der EPD.

EPDs werden nach einschlägigen Standards wie ISO- und EN-Normen erstellt und sind jeweils fünf Jahre gültig, sofern sich keine wesentlichen Änderungen in den Produktionsprozessen ergeben. EPDs basieren auf einem unternehmensinternen Prozess, der eine strategische Bewertung, die Sammlung von Daten über das Produkt und den Produktionsprozess (z. B. Chemikalien, Gase, verbrauchte Energie), die Berechnung der LCA (z. B. Emissionen aus Transport, Rohstoffen, Abfällen, Herstellung, Nutzungsphase, Ende der Lebensdauer) und die Erstellung eines Hintergrundberichts umfasst. Nach Abschluss der internen Berechnungen erfolgt die Verifizierung durch Dritte auf Basis von EN- und ISO-Normen und schließlich die Veröffentlichung der EPDs durch Programmanbieter wie EPD HUB oder RTS.

EPDs können entweder produktspezifisch sein (ein Produkt aus einer Produktionsstätte oder branchengemittelt - ein Produkt aus mehreren Produktionsstätten), z. B. "DELTABEAM®, Produktion Finnland", oder produkttypspezifisch (Durchschnitt ähnlicher Produkte aus einer oder mehreren Produktionsstätten/Herstellern), z. B. "Verbindungselemente Finnland, Slowakei und Deutschland".

Eine EPD besteht aus zwei Dokumenten: einem öffentlichen EPD-Dokument, einer Zusammenfassung der Ökobilanz, und einem privaten Hintergrundbericht, der zur Überprüfung durch Dritte dient und der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, da er vertrauliche Informationen enthalten kann. EPDs geben keine kommerziell sensiblen Informationen preis, wie z.B. Details der Produktionskette.

 

Die Umweltauswirkungen von Produkten und Materialien verringern

Die Forderung nach CO2-Neutralität im Bausektor wird immer lauter, da der Sektor sowohl durch betriebliche als auch durch eingebettete CO2-Emissionen stark belastet ist. Die betrieblichen Kohlendioxidemissionen können im Laufe der Zeit durch Energieeffizienz und Modernisierung verringert werden, während die gebundenen Kohlendioxidemissionen bereits bei der Errichtung eines Gebäudes anfallen, da sie in den Baumaterialien enthalten sind.

Die Ziele des World Green Building Councils für das Jahr 2030 sind eine Netto-Null-Kohlenstoffbilanz im Betrieb für neue Gebäude und eine Reduzierung des gebundenen Kohlenstoffs um mindestens 40 % mit einer erheblichen Reduzierung des Kohlenstoffs im Betrieb für bestehende Gebäude, Infrastrukturen und Sanierungen. Im Jahr 2050 sollen alle Gebäude (auch bestehende), Infrastrukturen und Sanierungen sowohl beim gebundenen als auch beim betriebsbedingten Kohlenstoff netto null sein. Die Maßnahmen zur Reduzierung des gebundenen Kohlenstoffs müssen jetzt ergriffen werden, um bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen.

 

Der World Green Building Council hat der Bauindustrie konkrete Ziele gesetzt, um die Kohlenstoffbilanz zu verbessern. Der Zeitplan umfasst u.a:

  • 2020 - 2025

Alle Hersteller und Lieferanten verpflichten sich zur Einhaltung relevanter Industrie-Roadmaps und haben Ziele zur Kohlenstoffreduktion entwickelt, um bis 2050 netto null gebundenen Kohlenstoff zu erreichen.

  • 2025 -2030

Alle Hersteller haben den Carbon Footprint der oberen 40% ihres Standardproduktportfolios über EPDs deklariert.

  • 2030 - 2035

Alle Hersteller haben ihr gesamtes Standardproduktportfolio über EPDs deklariert.

Dies sind ehrgeizige Ziele und die Rolle der EPDs ist es, die Herausforderung, die der gebundene Kohlenstoff mit sich bringt, anzunehmen. Die EPDs machen die Umweltauswirkungen von Produkten und Materialien sichtbar. Nur so können die notwendigen Maßnahmen zur Reduzierung der Auswirkungen auf unsere Umwelt ergriffen werden.

Zusammen mit den unbestreitbaren Vorteilen treiben diese Ziele den Wandel in der Bauindustrie voran und machen EPDs zu einem Standardbestandteil des Produktionsprozesses. Um die Bauindustrie umweltfreundlicher zu machen, brauchen wir eine zuverlässige und vertrauenswürdige Möglichkeit, verschiedene Lösungen zu vergleichen. EPDs sind die Antwort.

 

Wir in der Bauindustrie müssen innovativ sein, um wirtschaftliche und gleichzeitig ökologische Lösungen zu schaffen, die gut für die Menschen sind. Wir müssen Produkte und Lösungen anbieten, die die Nachhaltigkeit von Gebäuden während ihres gesamten Lebenszyklus deutlich verbessern. Indem wir unseren Kunden Produkte anbieten, die aus recycelten Rohstoffen hergestellt werden und weniger CO2-Emissionen verursachen, können selbst anspruchsvolle Umweltziele schneller als erwartet erreicht werden.

Wir laden Sie ein, in unserem nächsten Artikel mehr über die Bausteine für Nachhaltigkeit zu erfahren!