Auf einem grossen Industriegelände ist jede Stunde, die für die Montage und Demontage von temporären Verstrebungen aufgewendet wird, eine Stunde, die das Projekt verzögert. Für Mota-Engil, das für Volkswagen-Autoeuropa in Portugal eine neue 11.400 m² grosse Lackiererei errichtete, hat der vollständige Wegfall dieses Schritts den Projektablauf grundlegend verändert..
Die Herausforderung: Riesige Stützen sicher und schnell montieren
Die Montage von Fertigteilstützen auf einem grossen Industriegelände ist nie einfach – doch bei manchen Projekten stehen besonders hohe Anforderungen auf dem Spiel. Sind die Stützen aussergewöhnlich hoch und schwer, wird die Logistik der Montage vor Ort zu einem entscheidenden Faktor dafür, ob ein Projekt planmässig verläuft oder in Verzug gerät.
Der herkömmliche Ansatz bei der Säulenmontage erfordert oft eine temporäre Abstützung: ein System aus Stützen und Auflagen, das eine Säule in Position hält, während die Fundamentverbindung aushärtet oder fest wird. Das Auf- und Abbauen der Abstützung nimmt Zeit in Anspruch, erfordert zusätzliches Baustellenpersonal und schränkt die Geschwindigkeit ein, mit der die nächste Säule folgen kann. Bei einem schnell voranschreitenden Projekt mit engen Terminvorgaben wird dies zu einem Engpass.

Das Projekt: Eine neue Lackiererei bei Volkswagen-Autoeuropa
Mota-Engil war für die Betonfertigteilarbeiten an einer neuen, 11.400 m² grossen Lackiererei für Volkswagen-Autoeuropa in Palmela, Portugal, verantwortlich. Das Projekt umfasste Betonfertigteilstützen von aussergewöhnlicher Grösse – mit einer Höhe von bis zu 24 Metern und einem Gewicht von jeweils bis zu 60 Tonnen.
Für Verbindungen dieser Grössenordnung entschied sich das Projektteam für HULCO® 36 und HULCO® 52 Ankerbolzen in Kombination mit BOLDA® Stützenschuhen. Das verschraubte Verbindungssystem zwischen Stütze und Fundament ist so konzipiert, dass es unmittelbar nach der Montage strukturelle Stabilität gewährleistet – ohne dass eine vorübergehende Abstützung erforderlich ist. Die Verbindungen von Peikko eignen sich nicht nur für erdbebengefährdete Gebiete, sondern sind auch für den industriellen Schwerlastbetrieb mit erheblichen Belastungen ausgelegt, wie sie beispielsweise bei den stark bewehrten Grosprofilstützen des Projekts auftreten.
Peikko war bereits ab der Vorentwurfsphase an dem Projekt beteiligt und arbeitete gemeinsam mit dem vom Bauherrn beauftragten Hauptingenieur an der Festlegung der Verbindungen. Dies trug dazu bei, von Beginn an Zeit bei der Auswahl der optimalen Lösung zu sparen. Das Verankerungssystem, das BOLDA® mit HULCO® kombiniert, wurde mit der Software Peikko Designer® BOLTED CONNECTION bemessen, die zusammen mit der Europäischen Technischen Bewertung alle vom Ingenieurteam festgelegten Erwartungen und Anforderungen auf Planungsebene erfüllte.
Was sich auf der Baustelle geändert hat
Beim Volkswagen-Autoeuropa-Projekt wirkte sich der Verzicht auf temporäre Abstützungen direkt und messbar auf das Arbeitstempo aus. Da für keine Stütze Abstützungen mehr montiert, überwacht und anschliessend wieder entfernt werden mussten, konnte der Montageablauf schneller voranschreiten, und an jedem Hub waren weniger Bauarbeiter beteiligt.
„Die Stützenverbindung von Peikko machte temporäre Abstützungen bei der Montage der Stützen überflüssig – sie beschleunigte den Montageablauf und erhöhte die Sicherheit beim Einbau dieser Elemente auf der Baustelle.“ — Mário Lacerda, Bauleiter, Mota-Engil
Neben der Geschwindigkeit spielte auch die Sicherheit eine Rolle. Temporäre Abstützungen an schweren Fertigteilstützen bringen eine Phase kontrollierter Risiken mit sich – die Stütze wird durch ein temporäres System in Position gehalten, das ordnungsgemäss ausgelegt, montiert und schliesslich wieder entfernt werden muss. Eine Schraubverbindung, die sofortige Stabilität gewährleistet, beseitigt dieses Risiko vollständig.
HULCO® vereinfachte zudem die Logistik bei der Anlieferung der Materialien zur Baustelle. Dank der kompakten Bauweise der Schrauben und der optimierten Verpackung passen mehr Einheiten in den Laderaum eines LKWs – ein praktischer Vorteil bei der Koordination von Lieferungen im Rahmen eines straffen Bauzeitplans. Die Ankerbolzen trafen pünktlich und innerhalb des vereinbarten Zeitplans ein, und ihre unkomplizierte Montage erforderte keine spezielle Schulung.

Mehrwert für den Bau
Für Mota-Engil ergab sich daraus ein zügiges, sicheres und komplikationsfreies Verfahren zur Montage der Stützen, ohne die üblichen Probleme, die durch temporäre Abstützungen entstehen. HULCO® hat einen Arbeitsschritt eliminiert, der die Montage auf der Baustelle üblicherweise verlangsamt, und ihn durch ein Verbindungssystem ersetzt, das zuverlässig, sofort stabil und einfach zu handhaben ist.
Wenn die betreffenden Stützen bis zu 60 Tonnen wiegen und der Bauzeitplan keinen Spielraum für Verzögerungen lässt, sind diese Eigenschaften kein Bonus – sie sind eine zwingende Voraussetzung.
Projektdaten
Projekt: Erweiterung der neuen Lackiererei H3 – Volkswagen-Autoeuropa
Standort: Palmela (Bezirk Setúbal), Portugal
Gebäudetyp: Industrieanlage (Automobillackiererei)
Grundfläche: 11.400 m²
Bauunternehmen: Mota-Engil
Auftraggeber / Investor: Volkswagen-Autoeuropa
Fertigstellung: März 2026
Peikko-Lösungen: HULCO® 36, HULCO® 52, BOLDA® 36, BOLDA® 52

